Nahrungsmittel, Rohstoffe, Energie

Landwirtschaft ist die zielgerichtete Herstellung pflanzlicher oder tierischer Erzeugnisse auf einer zu diesem Zweck bewirtschafteten Fläche.

Der Anbau von Pflanzen und die Nutzung und Züchtung von domestizierten Tieren (Viehzucht) dient in erster Linie der Nahrungsmittelproduktion, in zweiter Linie der Herstellung von Rohstoffen, z.B. für die Herstellung von Bekleidung oder zunehmend zur Energiegewinnung. Die Landwirtschaft ist Wirtschaftszweig eines der größten Gesamtsysteme der Weltwirtschaft mit vielen vor- und nachgelagerten Sektoren.

Der systematische Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit. Es ist wahrscheinlich, dass die Entwicklung nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem Nahen Osten einsetzte. Dabei werden die Veränderung des Klimas durch das Ende der Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die beginnende Sesshaftigkeit als sich begünstigende Faktoren angesehen.

Im Jahr 2005 gab es in Deutschland ca. 366.000 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. In diesem Bereich waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach.

Insgesamt werden ca. 17 Millionen Hektar Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar.

Land-, Forstwirtschaft und Fischerei erzielten 2005 einen Produktionswert von 45 Mrd. Euro, das entspricht einem Anteil von 1,0 % der Bruttowertschöpfung bei einem Anteil von 2,2 % der Erwerbstätigen. Durch Produktionsfortschritt und zunehmende Industrialisierung und Entwicklung des Dienstleistungssektors sank in den letzten 100 Jahren der Erwerbstätigenanteil in der Landwirtschaft von 38 % auf gut 2 %.

1900 erzeugte ein Landwirt in Deutschland Nahrungsmittel, um 4 Personen ernähren zu können, 1950 ernährte er 10 Personen, 2004 waren es 143. Weltweit gesehen verschärft sich mit der Zunahme der Bevölkerung und Veränderung der Essgewohnheiten in den Schwellen- und Entwicklungsländern bei annähernd gleich bleibender Bodenverfügbarkeit die zur Ernährung eines Menschen zur Verfügung stehende Ackerfläche von 0,23 ha  im Jahr 1997  auf ca. 0,12 ha im Jahr 2050. Diese Entwicklung stellt hohe Anforderung an die Pflanzenzüchtung zur Ertragssteigerung, Pflanzengesundheit und Anpassung der Kulturpflanzen an besondere Umweltbedingungen, wie Klimaänderungen, Bodenqualität, Schädlingsdruck und Wasserverfügbarkeit.