Arbeitsgemeinschaft Innovative Landwirte im
InnoPlanta e.V. (InnoPlanta AGIL)
Offener Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin
Ilse Aigner
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Aigner,
wie Sie mehrfach öffentlich erklärt haben, prüfen Sie derzeit die Möglichkeit, den Anbau von gentechnisch verändertem Mais MON 810 in Deutschland regional einzuschränken oder gar zu verbieten.
Wir, die Arbeitsgemeinschaft Innovative Landwirte und die Unterzeichner dieses Briefes, sind beunruhigt, dass damit erneut in der Öffentlichkeit der unbegründete Eindruck entsteht, Bt-Mais MON 810 sei ein unsicheres Produkt, das für Landwirte keinen Nutzen habe. Tatsächlich ist MON 810 in der EU zugelassen. Seine Sicherheit wurde mehrfach bestätigt.
Auch in Deutschland haben Landwirte MON 810-Mais mit guten Erfahrungen angebaut und sich von seinem Nutzen überzeugt. Vor allem bei starkem Schädlingsbefall ist MON 810-Mais ein wirtschaftliches, effektives und zugleich umweltfreundliches Konzept, den Maiszünsler zu bekämpfen und Ertragsausfälle zu reduzieren. Außerdem trägt Bt-Mais dazu bei, die Belastung mit Mykotoxinen (Pilzgiften) zu senken und verbessert damit die Verträglichkeit der Futtermittel. Wie zahlreiche Studien und Forschungsprojekte gezeigt haben, führt Bt-Mais zu einem verringerten Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Da er sehr spezifisch gegen den Zielschädling Maiszünsler wirkt, ist die Artenvielfalt im Bt-Mais größer als in Maisfeldern, auf denen mit biologischen oder konventionellen Bekämpfungsverfahren gearbeitet wird.
MON 810 - wie auch andere Bt-Maissorten - wird weltweit jährlich auf Millionen Hektar angebaut. Mehrfach haben die zuständigen wissenschaftlichen Expertengremien der EU den Bt-Mais mit dem immer gleichen Ergebnis überprüft: MON 810 ist sicher. Dabei werteten die Experten auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus. In der landwirtschaftlichen Praxis hat sich gezeigt, dass eine Koexistenz zwischen Anbau von gentechnisch verändertem und konventionellem bzw. Öko-Mais möglich ist.
Wahlfreiheit – ein von der Politik immer wieder bekräftigter Grundsatz – bedeutet, dass es auch für Landwirte in Deutschland möglich sein muss, ein sicheres und zugelassenes Produkt wie MON 810-Mais nutzen zu können. Weitere Auflagen beim Anbau oder gar ein Verbot schränken die Landwirte in ihrer Berufsfreiheit ein und gehen zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft.
Wir, die Arbeitsgemeinschaft Innovative Landwirte und die Unterzeichner dieses Briefes, appellieren an Sie, Frau Bundesministerin, Ihre Entscheidung auf wissenschaftlich fundierte und justiziable Fakten zu gründen und den Anbau von MON 810 nicht weiter einzuschränken. Nehmen Sie Ihre politische Verantwortung wahr, damit Landwirte in Deutschland nicht von der Nutzung einer innovativen, wirtschaftlichen und zugleich umweltfreundlichen Technologie ausgeschlossen werden.


