Maiszünsler: In einigen Region starker Befall
2009 hat sich der Schädling weiter nach Norden ausgebreitet
Der Maiszünsler, der bedeutendste Maisschädling in Deutschland, hat sich 2009 weiter nach Norden ausgebreitet. In einigen Regionen war der Befall sehr hoch, was in manchen Betrieben zu hohen Ertragsverlusten führte. Eine wirksame und nachhaltige Maßnahme gegen den Schädling, der Anbau von gentechnisch verändertem Bt-Mais, war 2009 in Deutschland verboten.
Erste Daten aus der diesjährigen Befallserhebung der Pflanzenschutzämter zeigen, dass sich der Maiszünsler auch 2009 weiter nach Norden ausgebreitet hat. So ist der Zünsler in Nordrhein-Westfalen nach Nordwesten vorgerückt. Im Kreis Warendorf, südlich und südwestlich von Münster, im Osten Westfalens bei Warburg und ganz im Westen bei Emmerich haben sich neue Befallsgebiete entwickelt. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind die Erhebungen der Pflanzenschutzämter noch nicht abschließend ausgewertet. Vermutlich haben sich auch hier die Verbreitungsgrenzen verschoben. Nur Schleswig-Holstein bleibt weiterhin vom Maiszünsler verschont.
Innerhalb des Verbreitungsgebietes des Maiszünslers ist die Befallsstärke sehr unterschiedlich. In einigen seit längerem bekannten Befallsgebieten wie im Rheinland um Bonn, im Osten Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns ist der Zünsler häufig. In Unterfranken traten 2009 erstmals seit drei Jahren wieder starke Schäden durch den Maiszünsler auf und im Markgräflerland (südlich Freiburg) war nach Angaben des Landratsamts Lörrach der Befall mit Maiszünsler in diesem Jahr „so stark wie noch nie“.
Dort breitet sich seit 2006 eine Variante des Maiszünslers aus, die zwei Generationen im Jahr hervorbringt. Die Larven der zweiten Generation fressen hauptsächlich an den Kolben. Etwa 8000 Hektar sind bereits von dieser Rasse befallen. Bei der Zwei-Generationen-Rasse sind zwei Bekämpfungstermine notwendig. Im August, wenn die zweite Generation der Falter fliegt, ist der Mais nahezu ausgewachsen. Eine Befahrung des Feldes ist dann kaum noch möglich.
In Unterfranken liegen die Ertragseinbußen auf einzelnen Feldern zwischen 50 und 60 Prozent. Als Folge der Fraßschäden am Mais ist der Befall mit Pilzen und die Belastung mit Pilzgiften (Mykotoxine) im Futtermais sehr hoch. Dadurch kommt es zu Problemen bei der Fütterung und zu gesundheitlichen Belastungen der Tiere. Obwohl die Landwirte dort angemessene Bekämpfungsmaßnahmen – Einhalten der Fruchtfolge, Mulchen und Einarbeiten der Erntereste - gegen den Zünsler praktizieren, konnte sich in diesem Jahr der Zünsler gut entwickeln.
Den Anbau von Bt-Mais (MON810) in Deutschland hatte Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner (CSU) im April 2009 verboten. Dieser Mais bildet einen Wirkstoff (Bt-Protein), der die Pflanzen wirksam und umweltverträglich gegen den Maiszünsler schützt. 2008 betrug die Anbaufläche für Bt-Mais in Deutschland gut 3100 Hektar. Derzeit ist unklar, ob 2010 wieder Bt-Mais angebaut werden darf.


