Bedingungen für Freilandforschung müssen verbessert werden

Zerstörtes Versuchsfeld mit gentechnisch verändertem Weizen

(10.06.2010) Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen sind in Deutschland immer schwieriger geworden. Allein 2009 wurde nahezu die Hälfte der Versuche durch radikale Gentechnik-Gegner zerstört.

In einem gemeinsamen Appell haben die deutschen Versuchsansteller - Forschungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen – dazu aufgerufen, der Zerstörung und Behinderung von Freilandversuchen mit gentechnisch veränderten Pflanzen entgegen zu treten. Im vergangenen Jahr wurden knapp 40 Versuche zerstört oder durch Feldbesetzungen oder Druck aus der Politik verhindert.

Ohne aufwändige und teure Bewachungsmaßnahmen sind Versuche im Freiland inzwischen kaum noch möglich – und selbst dann gibt es keine Garantie, eine Versuchsreihe ohne Störung durchführen zu können. Als Folge davon hat sich die Zahl der Freisetzungen in Deutschland in den letzten Jahren halbiert. Namhafte Forschungsinstitutionen und Unternehmen der Pflanzenzüchtung haben ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bereits ins Ausland verlagert, weitere haben entsprechende Schritte angekündigt.

Feldzerstörungen und eine oft feindliche Ablehnung aus der Gesellschaft wirken sich negativ auf das Innovationsklima in Deutschland aus. In ihrem gemeinsamen Appell weisen die Versuchsansteller darauf hin, dass kontrollierte Freilandversuche unverzichtbar sind, um das Verhalten der Pflanzen in ihrer Umwelt auf der Grundlage wissenschaftlich erhobener Daten zu bewerten. Nur in Freilandversuchen kann überprüft werden, ob neu entwickelte  Pflanzen auch unter Praxisbedingungen die angestrebten Vorteile bestätigen, etwa eine verbesserte Dürretoleranz oder Ertragssteigerungen.

Gefordert wird von der Politik, die an Freilandversuchen beteiligten Wissenschaftler gegenüber einer oft verleumderischen, persönlich herabsetzenden Kritik zu unterstützen und ihre wissenschaftliche Kompetenz anzuerkennen. Zudem erwarten die Versuchsansteller eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Feldzerstörern.