Bayerische Fütterungsstudie: Sicherheit von Bt-Mais MON810 erneut bestätigt. "Kein Grund für ein Anbauverbot."

Foto: Patrick Gürtler / TUM

(02.04.2009) Werden Milchkühe mit gentechnisch verändertem Bt-Mais gefüttert, hat das keinen Einfluss auf die Gesundheit und die Milchleistung der Kühe. Bei einer von der bayerischen Staatsregierung in Auftrag gegebenen Fütterungsstudie über 25 Monate zeigten sich keine Unterschiede zwischen Bt- und konventionellem Mais. „Erneut hat sich bestätigt, dass Bt-Mais sicher ist,“ kommentiert Dr. Uwe Schrader, Vorstandssprecher von Innoplanta/AGIL die Ergebnisse der Studie. „Es gibt keinen Grund, den Anbau von MON810-Mais zu verbieten oder weiter einzuschränken.“

Auf Antrag der SPD hatte der bayerische Landtag im Mai 2005 einen Langzeitfütterungsversuch mit gentechnisch verändertem Bt-Mais beschlossen. Er wurde an der TU München (Wissenschaftszentrum Weihenstephan) und mehreren landwirtschaftlichen Forschungseinrichtungen des Freistaats Bayern durchgeführt.

Zwei Gruppen mit jeweils 28 Tieren erhielten 25 Monate Futter mit einem maximalen, zugleich jedoch bedarfsgerechten Maisanteil. Eine Gruppe wurde mit gentechnisch verändertem Bt-Mais MON810 gefüttert, die andere mit einem bis auf den Wirkstoff Bt-Protein vergleichbaren konventionellen Mais. Von jeder Kuh wurden monatlich Proben von Blut, Milch und Exkrementen untersucht, Futterproben sogar wöchentlich. Insgesamt wurden 38.000 Proben ausgewertet. Der Versuchszeitraum der bayerischen Studie war deutlich länger als bei ähnlichen bisher abgeschlossen Untersuchungen.

Sowohl bei der Futterqualität wie bei den Milchkühen wurden keine Unterschiede festgestellt. Es zeigte sich, dass Bt-Mais keinen Einfluss auf Milchleistung, Tiergesundheit oder Fruchtbarkeit hat. Auch mit einem hochempfindlichen, speziell entwickelten Analyseverfahren konnten keine „transgenen Komponenten“ in der Milch nachgewiesen werden.
Trotz des eindeutigen Ergebnisses der von ihr selbst in Auftrag gegebenen Studie hält die bayerische Staatsregierung und die CSU daran fest, den Anbau von MON810-Mais verbieten zu wollen. „MON810-Mais ist sicher. Es gibt kein Risiko für Umwelt, Mensch und Tier. Das wird durch jede neue wissenschaftliche Studie immer wieder bestätigt,“ sagt Uwe Schrader von Innoplanta/AGIL. „Ein Verbot eines sicheren, zugelassenen Produkts ohne wissenschaftlich fundierte Gründe ist reine Willkür.“

„Immer wieder hört man, Bt-Mais habe keinen Nutzen und die überwiegende Mehrheit der deutschen Landwirte lehne die Gentechnik ab. Doch das ist nicht richtig,“ führt Schrader weiter aus und verweist auf eine Umfrage unter 370 Landwirten, die der Göttinger Agrarwissenschaftler Prof. Achim Spiller 2007 durchführte. Knapp ein Drittel der Befragten befürwortete eine Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen, 38 Prozent zeigte sich unentschlossen, aber nicht völlig abgeneigt.