Antrag auf "gentechnikfreie Börde" wird vom Kreistag klar abgelehnt

Schaugarten Üplingen: Tag der offenen Tür, Juli 2009

(09.02.2010) Der Kreistag des Börde-Kreises (Sachsen Anhalt) hat mit großer Mehrheit einen Antrag der Grünen abgelehnt, sich für die nächsten fünf Jahre zu einer "gentechnikfreien" Region zu erklären. Vor allem Vertreter von CDU und FDP kritisierten den Antrag als "innovationsfeindlich" und "gegen die Interessen der Landwirte gerichtet". 

Der Antrag der Grünen wurde bereits vor zwei Jahren eingebracht und in verschiedenen Gremien des Landkreises beraten. Die Wirtschaft solle in den nächsten fünf Jahren im Landkreis Börde auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verzichten, heißt es im Text des Antrages. Zudem sollten alle Landeigentümer aufgefordert werden, landwirtschaftliche Flächen nur an Landwirte zu verpachten, die vertraglich zusichern, ohne GVO zu wirtschaften.

Mit einer deutlichen Mehrheit von 26 gegen 9 Stimmen bei 7 Enthaltungen lehnte der Kreistag am 03.02.2010 diesen Antrag ab. Geschlossen gegen eine „gentechnik-freie“ Region votierten CDU und FDP. Bei der SPD gab kein einheitliches Abstimmungsverhalten. Deutlich sprachen sich die Landwirte unter den Mitgliedern des  Kreistags gegen den Antrag aus. „ Wenn wir dem Antrag zustimmen, verschieben wir nur das Problem woanders hin“, sagte Landwirt Albrecht von Bodenhausen (CDU). „Wir können die Technik kritisch begleiten, aber wir müssen dran bleiben. Wir müssen eine Region bleiben, die immer innovativ ist.“

Im Bördekreis liegen der Ursprungssitz der KWS Saat AG und auch der Schaugarten Üplingen. Dort werden verschiedene gentechnisch veränderte Pflanzen und ihre Bedeutung für die Landwirtschaft gezeigt. „Was wir brauchen, ist mehr Aufklärung“, so der Landwirt Gerhard Schmidt bei der Diskussion im Kreistag. „Der Schaugarten in Üplingen ist ein Stück auf diesem Weg.“

Auch 2010 wird der Schaugarten Üplingen wieder zur Besichtigung geöffnet sein. 

 

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Video: Schaugarten Üplingen

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