Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen steigt weltweit auf 134 Millionen Hektar. Europa im Abseits.

- USA: Marktanteil gv-Zuckerrüben bei 95 Prozent (Foto: Feld mit herbizidresistenten Zuckerrüben im Schaugarten Üplingen)
(25.02.2010) Die Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen sind 2009 erneut um sieben Prozent auf nunmehr 134 Millionen Hektar gestiegen. In 25 Ländern der Welt nutzen 14 Millionen Landwirte die Vorteile der Grünen Gentechnik, davon 13 Millionen Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern. Europa droht, den Anschluss zu verlieren.
Mit Ausnahme Spaniens findet in Europa der Anbau gentechnisch veränderter nur auf kleinen Flächen statt. Deutschland und weitere Länder haben die EU-weite Zulassung von Bt Mais MON 810 ausgesetzt, so dass ein Anbau derzeit nicht möglich ist.
Angesichts des nach wie vor ungebrochenen Trends einer weiter zunehmenden Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen verwiesen Sprecher europäischer Verbände auf politische Blockaden, unverhältnismäßige Auflagen beim Anbau und langwierige Zulassungsverfahren, die den europäischen Landwirten den Zugang zu dieser Technologie verwehrten. "Die 14 Millionen Bauern in der Welt, die GVO-Pflanzen anbauen tun dies, weil sie den ökonomischen und ökologischen Nutzen Jahr für Jahr persönlich erleben. Dieser Nutzen sollte auch den europäischen Landwirten zugänglich sein,"so Stefan Marcinowski, Vorsitzender der Industrievereinigung Biotechnologie (DIB). Er appellierte an die neue EU-Kommission, "die seit zwölf Jahren andauernde Zulassungsblockade zu beenden."
"Wir können es nicht oft genug wiederholen: Die deutsche und die europäische Landwirtschaft hat deutliche Wettbewerbsnachteile, wenn sie aus politischen Gründen von der Nutzung der Grünen Gentechnik ausgeschlossen wird," sagte Uwe Schrader, Sprecher des Vorstandes von Innoplanta. Er verwies insbesondere auf den Zuckerrübenanbau in den USA, wo sich gv-Zuckerrüben, die eine effektive und umweltfreundliche Unkrautbekämpfung ermöglichen, in nur vier Jahren nahezu flächendeckend durchgesetzt haben. 2009 haben gv-Zuckerrüben in den USA einen Marktanteil von 97 Prozent und werde auf einer Fläche von 485.000 Hektar angebaut. Diese Zuckerrüben wurden von einem deutschen Unterehmen entwickelt.
Der Report zur weltweiten Nutzung gentechnisch veränderten Pflanzen wird jährlich von der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) herausgegeben.
Bei Soja stiegen die GVO-Flächen 2009 auf 69 Mio. Hektar (2008: 65,8), bei Mais auf 42 (37,3), bei Baumwolle auf 16 (15,5) und bei Raps auf 6,4 (5,9). 77 Prozent der Welt-Sojaerzeugung entfallen auf gv-Sojabohnen, bei Baumwolle sind es 49 Prozent.
Die Länder mit den größten Flächen für gv-Pflanzen sind die USA (64 Mio. Hektar), Brasilien (21,4), Argentinien (21,3), Indien (8,4) und Kanada (8,2). Brasilien meldet den größten Flächenzuwachs (Anstieg von 15,8 auf 21,4 Millionen Hektar), Burkina Faso die größte prozentuale Veränderung: 2008 wurde dort erstmals gentechnisch veränderte Baumwolle auf 8.500 Hektar ausgebracht, ein Jahr später ist die Fläche bereits auf 115.000 Hektar angewachsen.
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