Amflora-Kartoffel: Erneute Verzögerungen bei der Zulassung "nicht akteptabel"
(10.12.2008) Drei führende Unternehmen der europäischen Kartoffelstärkeindustrie haben eine rasche Zulassung der Amflora-Kartoffel gefordert. In einer gemeinsamen Pressemitteilung weisen sie darauf hin, dass Innovationen wie diese gv-Kartoffel mit veränderter Stärkezusammensetzung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft verbessern können. Doch die Zulassung der Amflora-Kartoffel verzögert sich erneut. Auch 2009 wird ein kommerzieller Anbau nicht möglich sein.
Die von BASF Plant Plant Science entwickelte Amflora-Kartoffel bildet in ihren Knollen ausschließlich Amylopektin-Stärke, wie sie für verschiedene technische Anwendungen in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie benötigt wird. Herkömmliche Kartoffelstärke besteht dagegen aus einem Gemisch von Amylopektin und Amylose. Bei der Amflora-Kartoffel kann die technisch aufwändige Trennung der beiden Stärketypen entfallen.

- Foto: BASF
Die drei Unternehmen der Kartoffelstärkeindustrie – AVEBE aus den Niederlanden, Emsland-Stärke aus Deutschland und Lyckeby aus Schweden – setzten sich nachdrücklich für innovative landwirtschaftliche Technologien wie die Amflora-Kartoffel ein. Damit könnten die Landwirte einen zusätzlichen Marktwert von 100 bis 200 Millionen € im Jahr erzielen und einen Teil der Einkommensverluste ausgleichen, die durch die am 20. November von der EU-Kommission beschlossene Kürzung der Beihilfen für die Stärkekartoffelerzeugung zu erwarten sind.
Dennoch wird die Amflora-Kartoffel auch 2009 den europäischen Landwirten nicht zur Verfügung stehen. Ein erneutes Gutachten, das die EU-Kommission bei der Europäischem Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Auftrag gegeben hatte, wird nun nicht geplant am 15. Dezember fertig, sondern im März 2009. Für die BASF ist diese weitere Verzögerung im Zulassungsprozess nicht akzeptabel. „Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die Sicherheit von Amflora infrage stellen. Die anhaltende Verzögerung kann nur dadurch erklärt werden, dass sie von den EU-Kommissaren politisch motiviert ist,“ so BASF-Vorstand Dr. Stefan Marcinowski. Bereits im Juli 2008 hat BASF vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eine Untätigkeitsklage gegen die EU-Kommission eingereicht.

